„Das Kind in Ehrfurcht empfangen, in Liebe erziehen und in Freiheit entlassen.“
R. Steiner

Vorbild und Nachahmung

 „Aber das Kind lernt eben nicht durch Belehrung sondern durch Nachahmung.“
R. Steiner

Die Nachahmung ist der „Lehrmeister“ des kleinen Kindes, es ist eine mitgebrachte Lernfähigkeit. Durch diese Fähigkeit verbindet sich das Kind mit seiner Umgebung und mit den ihm vertrauten Menschen. Die Waldorferzieher/Innen sind liebevolle Begleiter des Kindes bei der Entwicklung.

Das Nachahmen erfolgt zunächst vollkommen unbewusst. Allmählich erst wird es bewusst und kommt beim Spiel zum Ausdruck, wenn sich Erlebnisse in der Straßenbahn, im Wartezimmer des Arztes, im zoologischen Garten oder aus dem Familienleben im Spiel der Kinder wiederholen.

Die Nachahmung ist etwas sehr individuelles am Menschen. Das Kind im Kindergartenalter nimmt alles auf, was in seiner Umgebung geschieht.

Im Kindergarten Sonnenstrahl schaffen wir möglichst durchschaubare Tätigkeiten, die vom Kind mitgetan und nachgeahmt werden können.

Alle haben das gleiche Vorbild. Die Reaktionen sind jedoch ganz unterschiedlich.
Im Nachahmen waltet die größte Freiheit!

Nicht abstrakte pädagogische Programme und deren Anwendung erziehen den „mündigen Menschen“, sondern die an den Entwicklungsbedingungen des Kindes abgelesenen Bedürfnisse müssen Grundlage für das Handeln des Pädagogen sein.

Zur Gesinnung des Erwachsenen gehöre Initiative, Freude am eigenen Tun, die Liebe zum Kind und ein ständiges Bemühen um Weiterentwicklung.

 

Rhythmus und Wiederholung

Rhythmus und strukturierte Wiederholung geben dem Kind die Sicherheit, die es für das Leben braucht.
Die Rhythmuskräfte sind im Kleinkind noch nicht manifest oder fixiert. Sie leben sich erst ein.

Weil im Kind die Nachahmung wirksam ist, kann über sie der sich einlebende Rhythmus gepflegt werden.

Die Einteilung des Tageslaufs gestaltet sich  aus den Anforderungen der Gruppen.

Bei uns im Kindergarten ist es ein Freilassen auf der einen Seite (z.B. im Freispiel) und zum anderen ein Zusammenführen der Kinder zu gestaltetem Tun, was sich im Reigen und Morgenkreis oder im Märchen am Schluss des Vormittages ausdrückt.

Das ist ein Element des Rhythmischen, vergleichbar dem Ein- und Ausatmen.

 

Die Gestaltung der Woche

Was in einem Wochenplan an künstlerischem Tun eingefügt sein kann, ist bei uns das Malen, Plastizieren und die Eurythmie. Die Kinder kommen zielsicher herein und verkünden: „Heute ist Maltag“.

Die Gestaltung des Kindergartenjahres vollzieht sich im Einklang mit den Geschehnissen der Natur und findet seine Höhepunkte im Vorbereiten und Feiern der christlichen Jahresfeste.

An der intensiven Vorbereitung der Feste und ihrer Durchführung erlebt das Kind den Rhythmus des Jahreslaufes.

 

Sinne

Das Kind ist ganz Sinneswesen, alle Eindrücke nimmt das Kind ungefiltert auf. Jedes Geräusch, jede Farbe und Form, alles, was es fühlt, sieht, hört, dringt tief in seine Leiblichkeit ein. Deshalb ist es unser Bestreben, dem im Werden und Wachsen begriffenen Kind durch positive Vorbilder und natürliche, sinnliche Erfahrungen zur bestmöglichen Entwicklung zu verhelfen.

In der Waldorfpädagogik schenken wir der Sinnespflege breiten Raum, gemeint sind hier differenzierte und die Entwicklung des Kindes fördernde Sinneseindrücke, welche gegeben werden durch

Im Kindergarten pflegen wir Erzieher einen sorgfältigen Umgang mit Sprache und Gesten.

Im 1. Jahrzehnt lernen die Kinder überwiegend durch Nachahmung, deshalb fließt ihm auch der Sinn menschlicher Tätigkeit durch Wahrnehmung und Nachahmung zu – nicht durch belehrende Mitteilungen.